Europa League 2013/14 – Prognose vs. Realität

In den letzten zwei Wochen habe ich meine Prognose zur Zusammensetzung der Playoff-Runde der Europa League 2013/14 mehrmals aktualisiert. Nun sind alle Mannschaften bekannt.

Meine erste Prognose war:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Sparta Prag, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Anorthosis Famagusta, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Utrecht, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sturm Graz, Sheriff Tiraspol, Omonia, Vitesse, Maribor, Debrecen, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Slovan Bratislava, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Motherwell, Waregem, Apollon Limassol, FCSG, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, FH, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

Die tatsächliche Zusammensetzung der Playoff-Runde sieht folgendermassen aus:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Stuttgart, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, APOEL, Besiktas, PAOK, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Partizan, Swansea City, Frankfurt, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Estoril, Nizza, Sheriff Tiraspol, Odessa

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Krasnodar, Atromitos, Elfsborg, Maccabi Tel Aviv, Molde, Slovan Liberec, GCZ, Thun, Slask, Waregem, Jablonec, Limassol, Tromso, Aktobe/Breidablik, FCSG, Qarabag, Vojvodina, Dinamo Tiflis, Esbjerg, Pasching, Rijeka, Minsk, Astra Giurgiu, Pandurii, Petrolul, FH, Dila Gori, Skenderbeu, Zagiris, Nomme Kalju, Kukesi

Nun ja, da hats doch die eine oder andere Überraschung gegeben. Fakt ist, als möglicher Gegner für den FCSG kommen nun noch 31 Mannschaften in Frage (alle gesetzten). In wenigen Stunden werdens noch fünf oder sechs sein, sobald die UEFA ihre willkürliche Gruppeneinteilung für die Auslosung vorgenommen hat. Und kurz nach Mittag wissen wir dann, wohin die Reise geht.

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Europa League 2013/14 – Eine Prognose zur Playoff-Runde

UPDATE (8. August 2013): Nun sind alle Teams bekannt, die in der Auslosung für die EL-Playoffs dabei sind. Eine Übersicht gibts hier.

Der FC St.Gallen spielt seit Jahren erstmals wieder europäisch. In der Ostschweiz drehen sich die Gedanken vieler bereits jetzt um den 9. August, denn dann wird endlich der Gegner ausgelost. Die vorherigen Runden werden analysiert, Wunschgegner entdeckt und Berechnungen angestellt. Ich konnte das auch nicht lassen. Das Ergebnis:

Ausgangslage
In der Playoff-Runde spielen 62 Mannschaften um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Von diesen 62 Mannschaften stehen 18 bereits fest, die sich über den jeweiligen nationalen Wettbewerb für diese Runde qualifiziert haben. Dazu kommen die 29 Gewinner aus der vorangehenden, dritten Qualifikationsrunde sowie die 15 Verlierer aus der dritten Qualifikationsrunde der Champions League. Für diese 44 verbleibenden Plätze kommen zurzeit noch 132 Teams in Frage.

Prognose
Um eine Prognose der Teilnehmer der Playoff-Runde anzustellen, bin ich folgendermassen vorgegangen:

  • Fix sind die 18 bereits bekannten Mannschaften
  • Die noch offenen Partien der vorangehenden Qualifikationsrunde (2. und 3.) werden jeweils zugunsten des Favoriten „simuliert“ (nach meiner Ansicht).
  • Die noch offenen Partien der dritten Champions League-Qualifikationsrunde werden ebenfalls zugunsten des Favoriten „simuliert“, jedoch kommt hier natürlich der unterlegene in die Europa League-Prognose.
  • Jeder der 62 Mannschaften weist einen Klubkoeffizienten auf. Die ersten 31 Teams sind in der Auslosung gesetzt, die anderen 31 Teams sind ungesetzt.

Dabei ergab sich folgendes Bild (Notiz am Rande: das 31. und das 32. Team haben den gleichen Koeffizienten. Die Einteilung in die erste bzw. zweite Gruppe ist willkürlich, weil mir das Vorgehen in einem solchen Fall nicht bekannt ist.).

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Sparta Prag, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Anorthosis Famagusta, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Utrecht, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sturm Graz, Sheriff Tiraspol, Omonia, Vitesse, Maribor, Debrecen, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Slovan Bratislava, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Motherwell, Waregem, Apollon Limassol, FCSG, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, FH, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

Bert Kassies kommt bei seinen Berechnungen, die sich bei der Frage nach dem Favoriten nur auf den Klub-Koeffizienten stützen, auf ähnliche Ergebnisse. Auf jeden Fall warten unter den gesetzten Teams (natürlich ohne Basel und Zürich) schwierige Gegner auf den FC St.Gallen. Aber auch einige sehr schöne Lose und nur wenige, die ich nun gar nicht will.

(Alle Angaben im Übrigen ohne Gewähr. Ich habe viel einfach kopiert und den Favoriten bei einzelnen Begegnungen sehr spontan erkoren.)

UPDATE (25. Juli 2013): Slovan Bratislava ist gestern bereits in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League ausgeschieden. Den Platz in der Prognose nimmt Ludogorets Razgrad ein. Die aktualisierte Prognose sieht so aus:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Sparta Prag, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Anorthosis Famagusta, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Utrecht, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sturm Graz, Sheriff Tiraspol, Omonia, Vitesse, Maribor, Debrecen, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Motherwell, Waregem, Apollon Limassol, FCSG, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, FH, Ludogorets Razgrad, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

UPDATE (26. Juli 2013): Nach einigen Überraschungen in der gestrigen zweiten Runde in der EL-Quali steht die nächste Anpassung an. Nicht mehr dabei sind Sparta Prag, Anorthosis, Utrecht, Sturm Graz, Omonia und Debrecen. Sie werden ersetzt durch Thun, Jablonec, Tromso, Aktobe, Qarabag und Astra Giurgiu. Zudem rutschen Maccabi Haifa und Rapid Wien nach oben und sind neu in der gesetzten Hälfte. Damit hat sich auch das Problem gelöst, dass die Mannschaften auf Platz 31/32 den gleichen Koeffizienten aufweisen. Die aktualisierte Prognose:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sheriff Tiraspol, Vitesse, Maribor, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Thun, Motherwell, Waregem, Jablonec, Apollon Limassol, Tromso, Aktobe, FCSG, Qarabag, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, Astra Giurgiu, FH, Ludogorets Razgrad, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

UPDATE (31. Juli): Nach den gestrigen Spielen in der CL-Qualifikation habe ich meine eigenen Prognosen leicht angepasst. Nicht mehr unter den prognostizierten Gesetzten sind Kharkiv und Basel. Neu dabei sind dafür PAOK und Nordsjaelland (wobei letztere aus der ungesetzten Gruppe „aufsteigen“). Nicht mehr unter den prognostizierten Ungesetzen ist Shakhter Karagandy. Neu dabei sind dafür Maccabi Tel Aviv und Skenderbeu. Die aktualisierte Prognose:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Stuttgart, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, PAOK, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sheriff Tiraspol, Vitesse, Maribor, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Atromitos, Elfsborg, Maccabi Tel Aviv, Molde, GC Zürich, Thun, Motherwell, Waregem, Jablonec, Apollon Limassol, Tromso, Aktobe, FCSG, Qarabag, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, Astra Giurgiu, FH, Ludogorets Razgrad, Skenderbeu, Nömme Kalju

UPDATE (4. August): Nun sind alle Hinspiele in der letzten Runde gespielt, bevor der FCSG einsteigt. Meine Prognose ist daher wieder etwas angepasst:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Stuttgart, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, APOEL, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, PAOK, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Nordsjaelland, Nizza, Sheriff Tiraspol, Odessa, Vitesse, Kuban, Atromitos, Elfsborg, Maccabi Tel Aviv, Molde, GC Zürich, Thun, Waregem, Jablonec, Apollon Limassol, Tromso, Aktobe, FCSG, Qarabag, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Astra Giurgiu, Hapoel Ramat Gan, FH, St. Johnstone, Ludogorets Razgrad, Dila Gori, Skenderbeu, Nömme Kalju, Kukesi

UPDATE (7. August): Überraschenderweise hat gestern Ludogorets Razgrad (Koeffizient 3.45) den klaren Favoriten Partizan Belgrad (Koeffizient 17.425) aus der CL eliminiert. Damit gibt es eine kleine Veränderung in der Prognose. Partizan ist neu unter den prognostizierten Gesetzten, Razgrad nicht mehr unter den prognostizierten Ungesetzten. Als Folge davon rutscht Rapid Wien in die prognostiziert ungesetzte Hälfte. Die restlichen Partien gestern endeten, wie in der letzten Prognose antizipiert.

UPDATE (8. August): In den gestrigen Partien der 3. CL-Qualifikationsrunde kam es zu keinen Überraschungen mehr. Es ist also immer noch die letzte Prognose (mit der bereits gestern gemachten Änderung Partizan für Ludogorets) gültig.

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Fussballstadien in schwarz-weiss

Auf Who ate all the Pies, dem englischen Fussball-Newsportal der etwas anderen Art, ist seit einigen Tagen eine sehenswerte Serie von Schwarz-Weiss-Fotos zu sehen. In unregelmässigen Abständen wird jeweils ein neues Stadion portraitiert. Zu sehen sind Ausschnitte von bedeutenden Spielen, vollgepackte Stehplatzränge, Wetterkapriolen – alles aus längst vergangenen Fussballzeiten und von Stadien, die so schon längst nicht mehr existieren.

Bisher erschienen sind:

Weitere kommen sich noch dazu. Ein regelmässiger Blick auf www.whoateallthepies.tv/ lohnt sich aber sowieso!

imageZeppelin über dem vollgepackten Wembley (Quelle: whoateallthepies.tv)

UPDATE (30. Juli 2013): Nun ist in der Reihe auch Fullhams Craven Cottage erschienen.

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Istanbul United

Die Fans der verschiedenen Istanbuler Fussballvereine sind nicht gerade dafür bekannt, sich sehr gut zu verstehen. Während den jüngsten Unruhen rund um die geplante Überbauung des Gezi-Parks traten die Rivalitäten aber in den Hintergrund. Verfeindete Ultras schlossen sich zusammen, um gemeinsam zu protestieren. Darüber soll nun eine Doku gedreht werden. Der erste Trailer ist bereits online. Weitere Infos zum Film gibts hier. Wer möchte, der kann den Film auch finanziell unterstützen (und erhält dafür auch etwas zurück).

image(entdeckt über Fanartisch.de)

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Panikmache vs. Realität

Vor etwa einem halben Jahr habe ich hier einen Beitrag mit dem gleichen Titel veröffentlicht. Die Schweizerische Fussball-Liga hatte damals die Zuschauerzahlen des ersten halben Jahrs veröffentlicht. Einmal mehr wurden Rekorde aufgestellt, obwohls in Schweizer Stadien ja offenbar so gefährlich sein muss, wie man immer wieder hört (insbesondere, wenn es um das Hooligan-Konkordat geht).

Ein halbes Jahr später ist die Saison 2012/2013 abgeschlossen. Die Zuschauerzahlen über die ganze Saison sind einmal mehr hervorragend. Es kamen nochmal 178’299 ZuschauerInnen mehr zu den Spielen der höchsten Liga. Der nächste Rekord. Der Blick rechnet vor, dass die Schweiz mit den gesamthaft rund 2.1 Mio. ZuschauerInnen gemessen an der Einwohnerzahl sogar europäische Spitze ist. Und trotzdem beschwören Medien und PolitikerInnen immer wieder die „kriegsähnlichen Zustände“ in Schweizer Stadien, wie Pascal Claude in seinem Blog richtig festgestellt hat.

Das Fazit bleibt leider das gleiche wie vor einem halben Jahr:

Diejenigen, die kaum je ein Stadion von innen gesehen haben, wollen uns weismachen, wie gefährlich es rund um den Fussball ist. Leider verfängt diese Stimmungsmache bei den Medien und dementsprechend bei vielen Bürgerinnen und Bürgern. Dass dies nur dazu führt, dass sich Fanszenen in einer Abwehrhaltung verschanzen, die letztlich für alle Seiten kontraproduktiv ist, will man nicht wahrhaben.

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Aufstiegsplayoff in England

Spiele zwischen Brighton & Hove Albion und Crystal Palace sind immer etwas aufgeladener als sonstige Begegnungen. Die Stadien der beiden Teams liegen nur gerade etwa 70km auseinander, mit dem Zug benötigt man für die Strecke weniger als eine Stunde. Vor allem aber haben brisante Spiele in der Vergangenheit zum Derby-Charakter dieser Paarung beigetragen.

image

Wenn es dann – wie in dieser Saison – im Halbfinal der Playoffs um den Aufstieg in die Premier League zu eben dieser Begegnung kommt, gewinnt das Spiel nochmal an Brisanz. Das führt dazu, dass man selbst mit der non-verbalen Kommunikation zwischen Heim- und Gästefans ganze Bücher füllen könnte. Besonders interessant zu beobachten, sind dabei die Vater/Sohn-Duette, bei denen die Zähne beider höchstens für ein ganzes Gebiss reichen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen in England ist bei Crystal Palace aber auch immer echte Stimmung garantiert. Zwar ist die Liederauswahl nicht sonderlich spektakulär, die Lautstärke dafür aber umso mehr. Von der Heimseite kann man das leider nicht behaupten. Zwar werden auch die Seagulls ab und an laut, aber das beschränkt sich auf ein paar Mal „AAAAAAAAAALBIOOOOON“. Es ist aber auch nicht einfach, sich als Fans zu organisieren, wenn der Verein offenbar nicht viel Wert darauf legt. Im Matchprogramm bei einem früheren Heimspiel der Seagulls liess sich ein Vorstandsmitglied über mehrere Seiten darüber aus, dass dieses permanente Stehen nicht akzeptabel sei. Schwierig zu verstehen, wenn die Gästefans immer stehen dürfen. 

Und wohl auch darum organisiert hier der Verein die Choreo zum Spielbeginn. Auf jedem Sitz war ein blauer oder weisser Karton bereit gelegt. Dieser konnte, in zusammengefalteter Form, auch als Klatsch-„Instrument“ benützt werden. Die Tonkulisse war danach ähnlich mühsam wie an der WM in Südafrika. Worauf die Palace-Fans mit einem „We’re Crystal Palace. We clap with our hands“ antworteten. Im Süden Londons scheint man sowieso relativ schnell mit passenden Texten bereit zu stehen. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams provozierte auf der neben dem Gästesektor liegenden Gerade ein Heimfan praktisch 90 Minuten lang die Gästefans. Als er nach einem Tor von einem Freund umarmt wurde, änderten die Palace-Fans das bekannte „He’s just too good for you“, wenn ein Spieler besungen wird, in „He’s just too good to you“.

Man merkts diesen Zeilen an, Crystal Palace ist einer der wenigen Klubs in England, bei dems wirklich noch Stimmung gibt. Die ist zwar anders als in südlichen Ländern, aber trotzdem gut. Englische Atmosphäre eben, wie es sie vor Jahren noch auf der ganzen Insel gegeben hat. Hoffentlich ist das nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft.

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„Nothing ever matters, apart from football“

Ich habe gerade zum gefühlten 20. Mal Fever Pitch von Nick Hornby gelesen. Auch wenn ich jedes Mal wieder feststelle, dass ich Hornbys Einstellung in einigen Punkten nicht teile, liebe ich das Buch; zu einem grossen Teil wegen der grossartigen Zitate. Eine Auswahl:

I fell in love with football as I was later to fall in love with women: suddenly, inexplicably, uncritically, giving no thought to the pain or disruption it would bring with it.

It is true that most football fans do not have an Oxbridge degree (football fans are people, whatever the media would have us believe, and most people do not have an Oxbridge degree, either).

Football teams are extraordinarily inventive in the ways they find to cause their supporters sorrow … always, when you think you have anticipated the worst that can happen, they come up with something new.

But then, these are the games, the 1-0 defeats at Chelsea on a miserable March afternoon, that give meaning to the rest, and it is precisely because you have seen so many of them that there is real joy to be had from those others that come once every six, seven, ten years.

Yes, yes, i know all the jokes. What else could I have expected at Highbury? But I went to Chelsea and to Tottenham and to Rangers, and saw the same thing: that the natural state of the football fan is bitter disappointment, no matter what the score.

Nothing ever matters, apart from football.

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Nick Hornby

„I fell in love with football as I was later to fall in love with women: suddenly, inexplicably, uncritically, giving no thought to the pain or disruption it would bring with it.“
— Nick Hornby – Fever Pitch

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West Hams Upton Park vor den letzten Jahren

In der zu Ende gehenden Woche wurde offiziell verkündet, dass West Ham United den Zuschlag für die Nutzung des neuen Londoner Olympia-Stadions erhalten hat. Nachdem das Stadion 2015 erst noch für die Rugby-Weltmeisterschaft genutzt werden soll, wird West Ham voraussichtlich ab der Saison 2016/2017 seine Heimspiele dort austragen. Und das für 99 Jahre. So lange läuft der Deal, der als Schnäppchen für West Ham bezeichnet wird.

Die Konsequenz dieser Entscheidung: Der Upton Park – oder Boleyn Ground – sieht seinen letzten Saisons entgegen. Auf „Who ate all the pies“ ist deshalb eine Fotostrecke zu sehen. Ich habe dem Upton Park vergangenen November einen Besuch abgestattet, durchaus auch vor dem Hintergrund, dass West Hams Tage an diesem Ort gezählt sind. Die Schlussbemerkung zur Fotostrecke kann ich nur teilen:

Now that’s a proper English football stadium. It’ll be sad to see it go.

image

Update (15. Mai 2016): Das letzte Spiel im Upton Park ist gespielt, der Umzug von West Ham steht bevor. Bei Who ate all the pies gibts deshalb nochmal Stadionfotos.

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