So viel zur Verhältnismässigkeit

Das Hooligan-Konkordat bzw. dessen Verschärfung ist seit einigen Monaten politisch aktuell. Einige Kantone haben es bereits angenommen, weitere stehen kurz davor. Abgelehnt wurde es bisher nur im Kanton Basel-Stadt, wobei auch in Basel-Landschaft eine Ablehnung zu erwarten ist und im Kanton Bern demnächst eine Volksabstimmung erfolgt. Zu den Kantonen, die das verschärfte Konkordat bereits angenommen hat, gehört der Kanton Zürich. Dort wird jetzt offensichtlich, welch seltsame Blüten die Gesetzesänderung treiben kann.

Der FC Zürich befindet sich in der Vorbereitungsphase auf die Rückrunde. Wie wohl alle Fussballclubs will er dazu Testspiele absolvieren. Ein erstes morgen Freitag gegen den FC Biel. Wie in der ganzen Schweiz üblich finden solche Spiele auf den Trainingsplätzen diverser Clubs statt. Bisher alles kein Problem. Der FCZ musste sein Testspiel nun aber ins aargauische Baden verlegen und noch dazu die Öffentlichkeit ausschliessen. Die Gründe:

Nun hat aber die Stadtpolizei die Bewilligung für dieses Testspiel von diversen Sicherheitsauflagen abhängig gemacht, die der FC Zürich aus verschiedenen Gründen so gar nicht erfüllen kann. Beispielsweise schreibt die Stadtpolizei auf dem Nebenplatz der Sportanlage Heerenschürli eine Sektorentrennung, den Einsatz eines Sicherheitsdienstes und ein kanalisiertes Einlassverfahren vor.

Glaubt man 20 Minuten, ist das eine direkte Folge des verschärften Konkordats.

Eigentlich sprechen die Gründe für sich. Völlig absurd wirds aber, wenn man die jetzt eingetroffene Situation mit den Aussagen diverser Konkordats-Befürworter kontrastiert, die im Abstimmungskampf gefallen sind. Um nur ein Beispiel zu nennen:

«Wir verlangen Respekt und Anstand von den Fans», sagte Fehr. Er versprach, dass Zürich die Massnahmen des Konkordats verhältnismässig umsetzen werde. […] Mario Fehr machte klar: «Die Massnahmen sind auf die Hochrisikospiele fokussiert.» Dabei werde es auch in Zukunft bleiben.

Verhältnismässig? Auf Hochrisikospiele fokussiert? Man müsste der Stadtpolizei Zürich schon fast danken, dass sie die Absurdität dieses Konkordates so greifbar macht.

Update (10. Januar 2014): Die Meldung des FCZ hat gestern auf Twitter für einige Diskussionen gesorgt. Beteiligt waren neben verschiedenen Interessierten auch der FCZ und die Stadtpolizei Zürich. Letztere stellte sich auf den Standpunkt, es hätte sich nur um minimste Auflagen gehandelt, die früher und bei anderen Clubs keine Probleme bereitet hätten. Dass das verschärfte Konkordat, das solche Bewilligungsspielchen überhaupt ermöglicht, erst seit einem halben Jahr in Kraft ist, wollte man lieber nicht so genau sagen, schliesslich wäre dadurch das Argument nutzlos, dass früher alles kein Problem gewesen sei.

Die Stadtpolizei bestätigte im Verlauf der Diskussion zudem die Existenz eines fünfseitigen Bewilligungsdokuments, wollte dieses aber nicht veröffentlichen. Der FCZ hätte dieses veröffentlichen können, wollte aber nur Medienschaffenden Zugang erlauben. Der Tages-Anzeiger nahm das “Angebot” an und veröffentlichte das Dokument. Zugegeben: Von Sektorentrennung steht in diesem Dokument nichts, wobei der Inhalt des erwähnten Sicherheitskonzepts zumindest mir nicht bekannt ist. Trotzdem zeigt die Bewilligung die Absurdität auf, mit der wir uns dank dem Konkordat befassen dürfen. Da ist die Rede von Sicherheitsrapporten am Spieltag, von der zur Verfügungstellung von Räumen zur Durchsuchung von Personen unter den Kleidern, von mobilen Videokameras (bei Bedarf), von kanalisierten Einlassverfahren… Das alles für ein völlig unproblematisches Testspiel an einem Freitagnachmittag vor vielleicht 200 ZuschauerInnen.

Angestachelt von der sorgsamen Arbeit der Zürcher Kollegen wollte sich die Aargauer Kantonspolizei offenbar nicht lumpen lassen. In aller Eile wollte man ein Bewilligungsprozedere für das mittlerweile nach Baden verlegte Spiel durchführen. Der FCZ sagte das Testspiel daraufhin ab. Es sei zum Abschluss nochmal erwähnt: Eine verhältnismässige Umsetzung hat man im Abstimmungskampf versprochen. Auch in allen anderen Kantonen und bei der KKJPD selbst hat man dieses Argument immer wieder betont. Nur: Eine verhältnismässige Umsetzung ist – sofern sie denn überhaupt gewünscht wäre – halt nur schwer möglich, wenn im Konkordat steht:

Art. 3a Bewilligungspflicht

1 Fussball- und Eishockeyspiele mit Beteiligung der Klubs der jeweils obersten Spielklasse der Männer sind bewilligungspflichtig.

Man darf gespannt sein, welche Absurditäten in Zukunft auftauchen, die den Charakter dieses Konkordats so schonungslos aufzeigen.

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Basel tickt anders

Während in der ganzen Schweiz die Verschärfungen des “Hooligan-Konkordats” mit überwältigenden Mehrheiten – sowohl in den Parlamenten als auch in Volksabstimmungen – angenommen werden, ist in Basel-Land und vor allem in Basel-Stadt der Widerstand gross. Heute hat die Justiz-, Sicherheits- und Sportkommission (JSSK) des Grossen Rats des Kantons Basel-Stadt die Verschärfungen abgelehnt.

Die Kommission lehnte die Verschärfungen nicht wegen eines Zufallentscheides ab. Auch nicht, weil sachfremde Überlegungen reingespielt hätten. In Basel-Stadt scheint man ganz einfach einen anderen Zugang zum Thema zu haben, trotz – oder gerade wegen – der grossen Bedeutung des FC Basel. Davon zeugt die heute veröffentlichte Medienmitteilung der Kommission. Einige Auszüge aus diesem Communiqué, das wohl die Fussballfans in allen anderen Kantonen neidisch machen dürfte:

„Mit ihrer Empfehlung an den Grossen Rat will sie ein positives Zeichen gegen die weitgehenden Verschärfungen … und für die konsensorientierte Fanpolitik setzen.“

„Die Mehrheit der JSSK erachtet die vagen Formulierungen der Bestimmungen, mit welchen den rechtsanwendenden Behörden ein zu grosser Ermessensspielraum eingeräumt wird, generell für problematisch.“

„Das regierungsrätliche Argument des einheitlichen Rechtsrahmens erweist sich zudem in den meisten Punkten als illusorisch, weil sich bei einem derart breiten Ermessensspielraum ohnehin in jedem Kanton eine andere Praxis herausbilden wird.“

„Gewisse Massnahmen wie das verlängerte Rayonverbot und die Meldeauflage erachtet eine Mehrheit der JSSK für rechtstaatlich fragwürdig oder in der Praxis gar nicht umsetzbar. Zusätzlich besteht die Befürchtung, dass ein Beitritt zum revidierten Konkordat zu erneuten Eskalationen auf Seiten der Fans führe, weil deren Anstrengungen nicht honoriert werden. Der ungünstigen Dynamik zwischen Fans und polizeilichen Behörden müsse deshalb mit einem klaren Signal Einhalt geboten werden.“

Schade, dass es nur in Basel zu solch klaren Worten kommt. Schade, dass nur in Basel klar kommuniziert wird, dass “ein klarer Nachweis für eine Tendenz der Zunahme der Gewalt” fehlt, ja dass sogar eine abnehmende Tendenz beobachtet werden kann.

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Panikmache vs. Realität

Unter diesem Titel habe ich im Dezember 2012 und im Juni dieses Jahres schon gebloggt. Nun erscheint eine weitere Statistik, die belegt, dass Fussballspiele die Schweizer Bevölkerung offenbar doch nicht vor Angst erstarern lassen.

Die Swiss Football League informiert heute über eine Analyse der European Professional Football League. In dieser wurde der Zuschauerwachstum der letzten fünf Jahre untersucht. Abgesehen von Polen und der Ukraine ist in keinem Land der Zuschauerschnitt derart stark gewachsen wie in der Schweiz. Satte 6.6% beträgt das Wachstum in der Fünf-Jahres-Tendenz. Natürlich: Auch die Schweiz konnte – wie das ebenso für die Spitzenreiter Polen und Ukraine gilt – von neuen Stadien profitieren. Verbesserter Komfort ist offenbar für einige Matchbesucherinnen und -besucher ein wichtiger Aspekt. Trotzdem zeigt die Entwicklung eines auf: Die starke mediale Inszenierung von tatsächlichen und angeblichen Problemen rund um den Schweizer Fussball (und auch deren Überzeichnung) hindert die Bevölkerung nicht daran, Fussballspiele zu besuchen.

Das Fazit bleibt, wie es in den erwähnten beiden Posts schon Bestand hatte:

„Diejenigen, die kaum je ein Stadion von innen gesehen haben, wollen uns weismachen, wie gefährlich es rund um den Fussball ist.“

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Europa League 2013/14 – Prognose vs. Realität

In den letzten zwei Wochen habe ich meine Prognose zur Zusammensetzung der Playoff-Runde der Europa League 2013/14 mehrmals aktualisiert. Nun sind alle Mannschaften bekannt.

Meine erste Prognose war:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Sparta Prag, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Anorthosis Famagusta, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Utrecht, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sturm Graz, Sheriff Tiraspol, Omonia, Vitesse, Maribor, Debrecen, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Slovan Bratislava, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Motherwell, Waregem, Apollon Limassol, FCSG, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, FH, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

Die tatsächliche Zusammensetzung der Playoff-Runde sieht folgendermassen aus:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Stuttgart, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, APOEL, Besiktas, PAOK, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Partizan, Swansea City, Frankfurt, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Estoril, Nizza, Sheriff Tiraspol, Odessa

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Krasnodar, Atromitos, Elfsborg, Maccabi Tel Aviv, Molde, Slovan Liberec, GCZ, Thun, Slask, Waregem, Jablonec, Limassol, Tromso, Aktobe/Breidablik, FCSG, Qarabag, Vojvodina, Dinamo Tiflis, Esbjerg, Pasching, Rijeka, Minsk, Astra Giurgiu, Pandurii, Petrolul, FH, Dila Gori, Skenderbeu, Zagiris, Nomme Kalju, Kukesi

Nun ja, da hats doch die eine oder andere Überraschung gegeben. Fakt ist, als möglicher Gegner für den FCSG kommen nun noch 31 Mannschaften in Frage (alle gesetzten). In wenigen Stunden werdens noch fünf oder sechs sein, sobald die UEFA ihre willkürliche Gruppeneinteilung für die Auslosung vorgenommen hat. Und kurz nach Mittag wissen wir dann, wohin die Reise geht.

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Europa League 2013/14 – Eine Prognose zur Playoff-Runde

UPDATE (8. August 2013): Nun sind alle Teams bekannt, die in der Auslosung für die EL-Playoffs dabei sind. Eine Übersicht gibts hier.

Der FC St.Gallen spielt seit Jahren erstmals wieder europäisch. In der Ostschweiz drehen sich die Gedanken vieler bereits jetzt um den 9. August, denn dann wird endlich der Gegner ausgelost. Die vorherigen Runden werden analysiert, Wunschgegner entdeckt und Berechnungen angestellt. Ich konnte das auch nicht lassen. Das Ergebnis:

Ausgangslage
In der Playoff-Runde spielen 62 Mannschaften um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Von diesen 62 Mannschaften stehen 18 bereits fest, die sich über den jeweiligen nationalen Wettbewerb für diese Runde qualifiziert haben. Dazu kommen die 29 Gewinner aus der vorangehenden, dritten Qualifikationsrunde sowie die 15 Verlierer aus der dritten Qualifikationsrunde der Champions League. Für diese 44 verbleibenden Plätze kommen zurzeit noch 132 Teams in Frage.

Prognose
Um eine Prognose der Teilnehmer der Playoff-Runde anzustellen, bin ich folgendermassen vorgegangen:

  • Fix sind die 18 bereits bekannten Mannschaften
  • Die noch offenen Partien der vorangehenden Qualifikationsrunde (2. und 3.) werden jeweils zugunsten des Favoriten „simuliert“ (nach meiner Ansicht).
  • Die noch offenen Partien der dritten Champions League-Qualifikationsrunde werden ebenfalls zugunsten des Favoriten „simuliert“, jedoch kommt hier natürlich der unterlegene in die Europa League-Prognose.
  • Jeder der 62 Mannschaften weist einen Klubkoeffizienten auf. Die ersten 31 Teams sind in der Auslosung gesetzt, die anderen 31 Teams sind ungesetzt.

Dabei ergab sich folgendes Bild (Notiz am Rande: das 31. und das 32. Team haben den gleichen Koeffizienten. Die Einteilung in die erste bzw. zweite Gruppe ist willkürlich, weil mir das Vorgehen in einem solchen Fall nicht bekannt ist.).

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Sparta Prag, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Anorthosis Famagusta, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Utrecht, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sturm Graz, Sheriff Tiraspol, Omonia, Vitesse, Maribor, Debrecen, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Slovan Bratislava, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Motherwell, Waregem, Apollon Limassol, FCSG, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, FH, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

Bert Kassies kommt bei seinen Berechnungen, die sich bei der Frage nach dem Favoriten nur auf den Klub-Koeffizienten stützen, auf ähnliche Ergebnisse. Auf jeden Fall warten unter den gesetzten Teams (natürlich ohne Basel und Zürich) schwierige Gegner auf den FC St.Gallen. Aber auch einige sehr schöne Lose und nur wenige, die ich nun gar nicht will.

(Alle Angaben im Übrigen ohne Gewähr. Ich habe viel einfach kopiert und den Favoriten bei einzelnen Begegnungen sehr spontan erkoren.)

UPDATE (25. Juli 2013): Slovan Bratislava ist gestern bereits in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League ausgeschieden. Den Platz in der Prognose nimmt Ludogorets Razgrad ein. Die aktualisierte Prognose sieht so aus:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Sparta Prag, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, Anorthosis Famagusta, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Utrecht, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sturm Graz, Sheriff Tiraspol, Omonia, Vitesse, Maribor, Debrecen, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Motherwell, Waregem, Apollon Limassol, FCSG, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, FH, Ludogorets Razgrad, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

UPDATE (26. Juli 2013): Nach einigen Überraschungen in der gestrigen zweiten Runde in der EL-Quali steht die nächste Anpassung an. Nicht mehr dabei sind Sparta Prag, Anorthosis, Utrecht, Sturm Graz, Omonia und Debrecen. Sie werden ersetzt durch Thun, Jablonec, Tromso, Aktobe, Qarabag und Astra Giurgiu. Zudem rutschen Maccabi Haifa und Rapid Wien nach oben und sind neu in der gesetzten Hälfte. Damit hat sich auch das Problem gelöst, dass die Mannschaften auf Platz 31/32 den gleichen Koeffizienten aufweisen. Die aktualisierte Prognose:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Metalist Kharkiv, Stuttgart, Basel, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Nordsjaelland, Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sheriff Tiraspol, Vitesse, Maribor, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Atromitos, Elfsborg, Molde, GC Zürich, Thun, Motherwell, Waregem, Jablonec, Apollon Limassol, Tromso, Aktobe, FCSG, Qarabag, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, Astra Giurgiu, FH, Ludogorets Razgrad, Shakther Karagandy, Nömme Kalju

UPDATE (31. Juli): Nach den gestrigen Spielen in der CL-Qualifikation habe ich meine eigenen Prognosen leicht angepasst. Nicht mehr unter den prognostizierten Gesetzten sind Kharkiv und Basel. Neu dabei sind dafür PAOK und Nordsjaelland (wobei letztere aus der ungesetzten Gruppe „aufsteigen“). Nicht mehr unter den prognostizierten Ungesetzen ist Shakhter Karagandy. Neu dabei sind dafür Maccabi Tel Aviv und Skenderbeu. Die aktualisierte Prognose:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Stuttgart, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, PAOK, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien, Nordsjaelland

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Metalurh Donetsk, Estoril, Nizza, Sheriff Tiraspol, Vitesse, Maribor, Hajduk Split, Roter Stern Belgrad, Atromitos, Elfsborg, Maccabi Tel Aviv, Molde, GC Zürich, Thun, Motherwell, Waregem, Jablonec, Apollon Limassol, Tromso, Aktobe, FCSG, Qarabag, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Minsk, Astra Giurgiu, FH, Ludogorets Razgrad, Skenderbeu, Nömme Kalju

UPDATE (4. August): Nun sind alle Hinspiele in der letzten Runde gespielt, bevor der FCSG einsteigt. Meine Prognose ist daher wieder etwas angepasst:

In der Playoffrunde gesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Tottenham, Dynamo Kiev, Braga, Stuttgart, Rubin Kazan, Sevilla FC, Standard Liège, Fiorentina, Udinese, Spartak Moskau, AZ Alkmaar, Club Brugge, APOEL, Besiktas, Hapoel Tel Aviv, PAOK, Salzburg, Genk, Saint-Etiènne, Dnipropetrovsk, Lech Poznan, Trabzonspor, Real Betis Sevilla, FC Zürich, Swansea City, Frankfurt, Zilina, Bursaspor, Feyenord, Maccabi Haifa, Rapid Wien

In der Playoffrunde ungesetzt sind (absteigend sortiert nach Koeffizient):
Nordsjaelland, Nizza, Sheriff Tiraspol, Odessa, Vitesse, Kuban, Atromitos, Elfsborg, Maccabi Tel Aviv, Molde, GC Zürich, Thun, Waregem, Jablonec, Apollon Limassol, Tromso, Aktobe, FCSG, Qarabag, Dinao Tiflis, Esbjerg, Pasching, Astra Giurgiu, Hapoel Ramat Gan, FH, St. Johnstone, Ludogorets Razgrad, Dila Gori, Skenderbeu, Nömme Kalju, Kukesi

UPDATE (7. August): Überraschenderweise hat gestern Ludogorets Razgrad (Koeffizient 3.45) den klaren Favoriten Partizan Belgrad (Koeffizient 17.425) aus der CL eliminiert. Damit gibt es eine kleine Veränderung in der Prognose. Partizan ist neu unter den prognostizierten Gesetzten, Razgrad nicht mehr unter den prognostizierten Ungesetzten. Als Folge davon rutscht Rapid Wien in die prognostiziert ungesetzte Hälfte. Die restlichen Partien gestern endeten, wie in der letzten Prognose antizipiert.

UPDATE (8. August): In den gestrigen Partien der 3. CL-Qualifikationsrunde kam es zu keinen Überraschungen mehr. Es ist also immer noch die letzte Prognose (mit der bereits gestern gemachten Änderung Partizan für Ludogorets) gültig.

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Fussballstadien in schwarz-weiss

Auf Who ate all the Pies, dem englischen Fussball-Newsportal der etwas anderen Art, ist seit einigen Tagen eine sehenswerte Serie von Schwarz-Weiss-Fotos zu sehen. In unregelmässigen Abständen wird jeweils ein neues Stadion portraitiert. Zu sehen sind Ausschnitte von bedeutenden Spielen, vollgepackte Stehplatzränge, Wetterkapriolen – alles aus längst vergangenen Fussballzeiten und von Stadien, die so schon längst nicht mehr existieren.

Bisher erschienen sind:

Weitere kommen sich noch dazu. Ein regelmässiger Blick auf www.whoateallthepies.tv/ lohnt sich aber sowieso!

imageZeppelin über dem vollgepackten Wembley (Quelle: whoateallthepies.tv)

UPDATE (30. Juli 2013): Nun ist in der Reihe auch Fullhams Craven Cottage erschienen.

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Istanbul United

Die Fans der verschiedenen Istanbuler Fussballvereine sind nicht gerade dafür bekannt, sich sehr gut zu verstehen. Während den jüngsten Unruhen rund um die geplante Überbauung des Gezi-Parks traten die Rivalitäten aber in den Hintergrund. Verfeindete Ultras schlossen sich zusammen, um gemeinsam zu protestieren. Darüber soll nun eine Doku gedreht werden. Der erste Trailer ist bereits online. Weitere Infos zum Film gibts hier. Wer möchte, der kann den Film auch finanziell unterstützen (und erhält dafür auch etwas zurück).

image(entdeckt über Fanartisch.de)

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Panikmache vs. Realität

Vor etwa einem halben Jahr habe ich hier einen Beitrag mit dem gleichen Titel veröffentlicht. Die Schweizerische Fussball-Liga hatte damals die Zuschauerzahlen des ersten halben Jahrs veröffentlicht. Einmal mehr wurden Rekorde aufgestellt, obwohls in Schweizer Stadien ja offenbar so gefährlich sein muss, wie man immer wieder hört (insbesondere, wenn es um das Hooligan-Konkordat geht).

Ein halbes Jahr später ist die Saison 2012/2013 abgeschlossen. Die Zuschauerzahlen über die ganze Saison sind einmal mehr hervorragend. Es kamen nochmal 178’299 ZuschauerInnen mehr zu den Spielen der höchsten Liga. Der nächste Rekord. Der Blick rechnet vor, dass die Schweiz mit den gesamthaft rund 2.1 Mio. ZuschauerInnen gemessen an der Einwohnerzahl sogar europäische Spitze ist. Und trotzdem beschwören Medien und PolitikerInnen immer wieder die „kriegsähnlichen Zustände“ in Schweizer Stadien, wie Pascal Claude in seinem Blog richtig festgestellt hat.

Das Fazit bleibt leider das gleiche wie vor einem halben Jahr:

Diejenigen, die kaum je ein Stadion von innen gesehen haben, wollen uns weismachen, wie gefährlich es rund um den Fussball ist. Leider verfängt diese Stimmungsmache bei den Medien und dementsprechend bei vielen Bürgerinnen und Bürgern. Dass dies nur dazu führt, dass sich Fanszenen in einer Abwehrhaltung verschanzen, die letztlich für alle Seiten kontraproduktiv ist, will man nicht wahrhaben.

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Aufstiegsplayoff in England

Spiele zwischen Brighton & Hove Albion und Crystal Palace sind immer etwas aufgeladener als sonstige Begegnungen. Die Stadien der beiden Teams liegen nur gerade etwa 70km auseinander, mit dem Zug benötigt man für die Strecke weniger als eine Stunde. Vor allem aber haben brisante Spiele in der Vergangenheit zum Derby-Charakter dieser Paarung beigetragen.

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Wenn es dann – wie in dieser Saison – im Halbfinal der Playoffs um den Aufstieg in die Premier League zu eben dieser Begegnung kommt, gewinnt das Spiel nochmal an Brisanz. Das führt dazu, dass man selbst mit der non-verbalen Kommunikation zwischen Heim- und Gästefans ganze Bücher füllen könnte. Besonders interessant zu beobachten, sind dabei die Vater/Sohn-Duette, bei denen die Zähne beider höchstens für ein ganzes Gebiss reichen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen in England ist bei Crystal Palace aber auch immer echte Stimmung garantiert. Zwar ist die Liederauswahl nicht sonderlich spektakulär, die Lautstärke dafür aber umso mehr. Von der Heimseite kann man das leider nicht behaupten. Zwar werden auch die Seagulls ab und an laut, aber das beschränkt sich auf ein paar Mal „AAAAAAAAAALBIOOOOON“. Es ist aber auch nicht einfach, sich als Fans zu organisieren, wenn der Verein offenbar nicht viel Wert darauf legt. Im Matchprogramm bei einem früheren Heimspiel der Seagulls liess sich ein Vorstandsmitglied über mehrere Seiten darüber aus, dass dieses permanente Stehen nicht akzeptabel sei. Schwierig zu verstehen, wenn die Gästefans immer stehen dürfen. 

Und wohl auch darum organisiert hier der Verein die Choreo zum Spielbeginn. Auf jedem Sitz war ein blauer oder weisser Karton bereit gelegt. Dieser konnte, in zusammengefalteter Form, auch als Klatsch-„Instrument“ benützt werden. Die Tonkulisse war danach ähnlich mühsam wie an der WM in Südafrika. Worauf die Palace-Fans mit einem „We’re Crystal Palace. We clap with our hands“ antworteten. Im Süden Londons scheint man sowieso relativ schnell mit passenden Texten bereit zu stehen. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams provozierte auf der neben dem Gästesektor liegenden Gerade ein Heimfan praktisch 90 Minuten lang die Gästefans. Als er nach einem Tor von einem Freund umarmt wurde, änderten die Palace-Fans das bekannte „He’s just too good for you“, wenn ein Spieler besungen wird, in „He’s just too good to you“.

Man merkts diesen Zeilen an, Crystal Palace ist einer der wenigen Klubs in England, bei dems wirklich noch Stimmung gibt. Die ist zwar anders als in südlichen Ländern, aber trotzdem gut. Englische Atmosphäre eben, wie es sie vor Jahren noch auf der ganzen Insel gegeben hat. Hoffentlich ist das nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft.

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