Die SBB und Fussballfans

In der Berner Zeitung wurde SBB-Sprecher Christian Ginsig interviewt. Thema: Bei einem Zug durch einen Tunnel werden diverse Fenster beschädigt. Es stellt sich heraus, dass die SBB einen Schrank nicht richtig gesichert hat. Der Schaden am Zug muss also auf der Seite geschehen sein, der näher an der Tunnelwand liegt. Umso unverständlicher die Antwort des SBB-Sprechers, die ich hier ohne weiteren Kommentar wiedergebe:

„Wir sind vorerst von einer anderen Ursache ausgegangen. Wir glaubten, dass die Fenster an den vier Waggons beim Kreuzen mit einem Extrazug mit Fussballfans zerbrachen.“

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Halt ohne Verlangen

Vor einiger Zeit spielte ich mit dem Gedanken, an einem Kurzgeschichten-Wettbewerb teilzunehmen. Einen Text hatte ich zwar begonnen, jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt, um am Wettbewerb teilzunehmen. Nun ist er fertig. Man verzeihe mir die Länge, die für einen Blog doch eher an der oberen Grenze liegt.

Trotz eisiger Kälte an diesem Februarmorgen kurz nach sechs Uhr ist im Briger Bahnhofskiosk eine leicht bekleidete Dame unterwegs. Leicht schwankend auf der Suche nach Frühstück. Oder Abendessen. So genau scheint sie das nicht zu wissen. Sie macht sich auf den Heimweg. Für mich hingegen geht die Reise erst richtig los. Soll sie zumindest. Um einen morgendlichen Flug am Flughafen Malpensa erreichen zu können, musste ich bereits am Vorabend etwas näher an Italien ran. Über Domodossola und Gallarate lässt sich der Flughafen so theoretisch rechtzeitig erreichen. Und bedeutend billiger als mit dem Flughafenexpress, der vom Mailänder Hauptbahnhof nach Malpensa fährt. Nur: Bereits in Brig wird das Unbehagen, das mich oft bei Zugreisen nach Italien oder auch nur ins Tessin beschleicht, handfest. Die Lichter im bereitgestellten Zug nach Domodossola gehen aus. Der Kondukteur ist ähnlich verwirrt wie die fünf Reisewilligen. Auf dem Hinweg von Domodossola hätte doch alles funktioniert. Die Bahnhofsanzeige wechselt von elf auf 14 Minuten Verspätung. Leichte Nervosität macht sich breit. Wenn dieser Zug nicht bald fährt, ist mein Anschluss in Domodossola nicht zu erreichen. Die Bahnhofsanzeige zeigt 21 Minuten Verspätung an. Wie die das wohl berechnen, wenn niemand den Fehler kennt? Die Nervosität lässt mich zum dritten Mal den Kondukteur fragen, was denn nun Sache sei. Die Lokomotive mache nicht mehr mit und im Depot gehe keiner ans Telefon. Der Lokomotivführer sei bereits im Sprint unterwegs dahin. Die Bahnhofsanzeige klettert auf 29 Minuten Verspätung. 45 Minuten. Die neue Lokomotive ist da, es geht endlich los. Gallarate erreiche ich mit einer Stunde Verspätung. Busse zum Flughafen hats hier aber immer wieder. Ich treffe drei Westschweizer Touristen. Es entwickelt sich ein Gespräch. Ich mit gebrochenem Französisch, sie mit gebrochenem Deutsch. Dazwischen fragen wir den Busfahrer in gebrochenem Italienisch, wann wir denn Malpensa erreichen würden. Ich merke, dass ich froh bin um die Gesellschaft. Das nimmt mir die Nervosität. Ich schaffs rechtzeitig. Die Westschweizer? Ich weiss es nicht.

Der Bahnhof Wil sieht heute anders aus. Wo sonst Regionalbusse darauf warten, die heimkehrenden Pendler in die umliegenden Dörfer zu befördern, stehen Reisecars. Und ein Stadtbus aus St.Gallen. Über den Bahnhofsplatz hetzen Mitarbeiter der SBB in orangen Westen und verteilen kleine Flaschen Mineralwasser. Das Care-Team. So heisst mittlerweile offenbar jeder Soforteinsatztrupp, der sich in Notsituation um Hilflose kümmert. Und Hilflose gibts am Bahnhof Wil an diesem Abend einige. Die SBB leidet unter einem Stromausfall, der das ganze Netz erfasst hat. Die eigene Stromversorgung – sonst Segen – wird heute zum Fluch. Nur für mich nicht. Ich arbeite im Schichtbetrieb und freue mich, zu spät zu kommen. Die Arbeit ist nicht schlecht, aber ich will vor allem Geld verdienen, um vor dem Studium etwas auf die Seite legen zu können. Und in der Schichtarbeit verdient man besser. Heute habe ich die Spätschicht. Vielleicht. Wenn man mit einem der letzten Züge zur Arbeit fährt, ist nicht viel Spielraum drin, wenn das Bahnnetz ausfällt. Eine Stunde später komm ich doch noch von Wil weg. Die SBB entschuldigt meine Verspätung. Eine halbstaatlich legitimierte Schichtverkürzung. Um eine Stunde. Immerhin.

Das Bahnnetz Englands hat nicht gerade den besten Ruf. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass bisher alles problemlos funktioniert hat, wenn ich in meinem dreimonatigen Sprachaufenthalt in Brighton mit dem Zug irgendwo hinfuhr. Also müsste es ja auch diesen Sonntag funktionieren, an dem ich von einem Wochenendausflug zurückkehre. Schliesslich liegt das kleine Dorf – das sich erdreistet, ein Great im Namen zu tragen – in etwa gleich weit nördlich von London wie Brighton südlich. Mit gut zwei Stunden Reisezeit keine Distanz für geübte Bahnfahrer. Die Fahrt nimmt aber schon früh eine unliebsame Wendung. Nach wenigen Minuten empfiehlt mir eine Durchsage, den Zug zu verlassen. Gleisarbeiten. Noch nicht einmal in der Hälfte der Strecke bis zum ersten geplanten Umsteigen. Nun gut, sowas kommt vor. Der Ersatzzug kommt wenig später. Und gibt Anlass zur Freude. Es ist bereits eine Komposition der Londoner Tube. Und noch dazu von der Linie, auf die ich beim ersten planmässigen Halt sowieso umsteigen hätte müssen. Ich hab mich aber zu früh gefreut. Der Zug – eigentlich ja eine U-Bahn – fährt noch nicht mal bis in den Untergrund. Nach wenigen Kilometern ist bereits wieder Schluss. Gleisarbeiten. Zum nächsten Mal umsteigen. Wieder ein normaler Regionalzug. Ich fahre mit dem dritten Zug dorthin, wo mich bereits der erste Zug hätte bringen sollen. Ich beginne zu verstehen, woher der Ruf der englischen Bahn kommt. In London wechsle ich den Bahnhof. Mit einiger Verspätung. Riesige Anzeigetafeln verraten den unzähligen Reisenden, welcher Zug wohin auf welchem Gleis fährt. Die Destination Brighton suche ich vergebens. Informationen gibts auch keine. Schon gar kein Care-Team. Für Engländer scheint das kein aussergewöhnlicher Fall zu sein. Jeder hilft sich selbst. Irgendwann erbarmt sich ein Bahnhofsmitarbeiter und erklärt mir, wie in solchen Situationen vorzugehen ist. Wer in Richtung Süden reisen möchte, fährt einfach mal mit dem nächsten Zug Richtung Three Bridges. Das muss sowas wie ein Verkehrsknoten sein. Ich tu, wie mir gesagt. Es scheint sogar alles zu funktionieren und am Bahnhof Three Bridges entdecke ich tatsächlich einen Bahnmitarbeiter in oranger Weste, der die Gestrandeten in die richtige Richtung schickt. Mich schickt er zu einem Bus. Nun gut, immerhin kann auf den Strassen niemand Gleisarbeiten durchführen. Und wirklich, ich komme in Brighton an. In etwa fünf statt gut zwei Stunden. Zu Hause erzähle ich meiner Gastmutter, wie die Reise war. Sie lacht nur. Am Sonntag solle man in England nicht Zug fahren. Seit der Privatisierung gehörten die Gleise alle paar Kilometer einer anderen Gesellschaft. Wenn die sonntags an den Gleisen arbeiten wollten, dann täten sie das auch. Ohne die Gesellschaft davor oder danach zu informieren. Offenbar funktioniert das Bahnsystem in England nur werktags.

Es ist unglaublich heiss an diesem Sommertag im Cisalpino. Wir sind auf dem Rückweg aus Mailand. Wir wollten zum Fussball. Spitzenspiel, Meisterschaftsentscheidung, Milan gegen Juventus. Doch die Tickets auf dem Schwarzmarkt waren uns zu teuer. Also machten wir uns unverrichteter Dinge wieder auf den Heimweg. Kurz nach Bellinzona bleibt der Zug stehen. Die Klimaanlage solidarisiert sich und stellt den Betrieb ebenfalls ein. Die Fenster lassen sich in diesen pseudo-modernen Zügen nicht mehr öffnen. Die Luft wird stickig. Die kleine Bar in der Zugsmitte – dieses mondäne Teilstück, das wohl über die dauernden Ausfälle dieses Zugs wegtäuschen soll – macht Rekordumsätze. Irgendwann erbarmen sich die Zugführer. Die Türen gehen auf und die Passagiere dürfen aufs Schotter raus. So erhalten wir einen Blick, den man sonst wohl nie gehabt hätte. Gleich neben dem Gleisbett liegt eine der vielen Neat-Baustellen. Was man sonst im Vorbeifahren auf der Autobahn oder aus dem Zugfenster nur für kurze Zeit sieht, kann man jetzt genau beobachten. So schnell gehts hier nämlich nicht weiter. Die Lokomotive des Cisalpinos schaffts nicht den Gotthard hoch. Wer erwartet denn auch von einem Zug, der für die Gotthardroute konzeptioniert wurde, dass er den Gotthard hoch kommt? Eine zweite Lokomotive wird herbeigeschafft, die uns den Berg hochzieht. Schnell ist das nicht, aber es funktioniert.

Der Bahnhof Arth-Goldau ist wieder mal hektisch. Was mich jedes Mal erstaunt, wenn ich hier dank einer Zugverspätung auf der Reise ins Tessin strande. Eigentlich braucht man den Ort doch nur zum Umsteigen. Wer seinen Zug verpasst hat und sich hier die Zeit totschlägt, könnte es doch gemütlicher nehmen. Sich ins Bahnhofsbuffet gesellen und einen Kaffee trinken. Gut machen das nicht alle. Die Aufenthalte an einem der wichtigeren Verkehrsknoten der Schweiz wären bedeutend langweiliger, wenn man nicht beobachten könnte. Beobachten, wie gestresste Bahnreisende versuchen, den verpassten Zug mit hektischen auf und ab gehen zurück zu holen. Mich erinnert die Szenerie an die Menschen, dies jeweils kaum erwarten können, in den Stadtbus einzusteigen. Hektik, wo keine angebracht ist. Der verpasste Zug kommt genauso wenig wieder wie der Bus abfährt, bevor die Passagiere eingestiegen sind. Ich geniesse die unverhoffte Pause. So ein unfreiwilliger Halt ist nicht nur schlecht. Die Zigarette muss nicht im Halbsprint zwischen zwei Zügen geraucht werden. Und die Zugreise, eine der erholsamsten Beschäftigungen, verlängert sich um eine Stunde. Da stört es auch nicht weiter, wenn ein Traktorfahrer die Linie des Voralpen-Express beschädigt und man auf dem Weg ins Tessin Umwege in Kauf nehmen muss, die zwangsweise zu einem Aufenthalt in Arth-Goldau führen.

Die Schweiz ist mit einem hervorragenden Eisenbahnnetz gesegnet. Gute Verbindungen in die abgelegensten Orte. Ein Takt-Fahrplan, der seinesgleichen sucht. Manchmal klappt nicht alles. Man hält irgendwo, ohne zu wollen. Kein Grund zur Panik. Meist ist ein unverhoffter Halt halb so schlimm. Früher hatte ich noch darauf gehofft, dass etwas schief läuft. Wenn mich die Südostbahn – damals noch die Bodensee-Toggenburg-Bahn – in die Schule bringen sollte. Heute hoffe ich das nicht mehr. Wenns aber trotzdem passiert, stelle ich fest, wie erfreulich das sein kann. Man trifft Mitleidende auf dem Weg in die Ferien, die vielleicht sogar die Nervosität lindern. Man erhält Einblicke, die einem sonst verborgen blieben. Man kann beobachten, was man sonst vielleicht selber ist. Vielleicht muss man sogar weniger arbeiten. Manchmal dauerts auch etwas länger, bis man das Erfreuliche entdeckt. Und wenn das dann nur darin besteht, dass man nach einem England-Aufenthalt sagen kann, man hätte das Land wirklich kennen gelernt.

In diesem Sinne, liebe Bahnbetreiber: Bleibt gut, aber werdet bitte nicht besser!

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Extrazüge: Viel heisse Luft um Sachschaden

Die SBB befördert Menschen von A nach B. Sie tut das, weil es ihr Geschäft ist. Sie tut das aber auch, weil sie es muss. Bis jetzt ist die SBB verpflichtet, Personen zu befördern. Das ist der SBB offensichtlich ein Dorn im Auge. Um Stimmung gegen die Transportpflicht zu machen, schiesst sie sich auf Fussballfans ein. Die WOZ durchleuchtet die Praxis der SBB, zu diesem Zweck Schadenssummen kreativer zu kommunizieren.

Pascal Claude hatte Einsicht in ein internes SBB-Papier. Im WOZ-Artikel „Der Schaden ist angedichtet“ – nebenbei: ein grossartiger Titel! – zeigt er auf, wie aus einer Viertelmillion ganz schnell drei Millionen werden. Es sind nämlich keine drei Millionen Sachschaden, die Fussballfans in Extrazügen anrichten. Auch wenn die SBB das gerne so kommuniziert. Es sind gerade mal Fr. 225’503.65, die im SBB-Papier der Saison 2009/2010 ausgewiesen werden. Natürlich, jeder Rappen davon ist zu viel. Ob der Betrag – nota bene bei über 200 Extrazügen – die Hysterie aber wirklich rechtfertigt? Wohl kaum.

Noch interessanter wird es, wenn man folgendes bedenkt: In der Saison 2009/2010 brannte ein Waggon eines Extrazugs der FCSG-Fans im Bahnhof Aarau. Bereits wenige Minuten nach dem Ereignis äusserte sich der Sprecher der Kantonspolizei Aargau: „Noch können wir nicht sagen, warum es im Zug brannte. Das wird jetzt von Experten untersucht. Aber – es war nun mal der offizielle Fan-Extra-Zug…“ Ein Polizist also, der den Rechtsstaat in der Öffentlichkeit repräsentieren sollte, setzt die Unschuldsvermutung ausser Kraft. Der selbe Sprecher wird im Nachhinein zitiert, dass die Bahnpolizei bereits in Kloten den Brand löschen musste. Dass die Fans selbst die enorme Hitze bemerkt hatten (bereits weit vor Kloten), wird nirgends erwähnt. Die Kantonspolizei Aargau veröffentlichte im Nachgang ein dürres Communiqué, der Brand sei jetzt geklärt. Ohne wirkliche Erklärung. Der Brand sei zwischen Sitz und Innenwand entstanden. In Wirklichkeit haben sich Fans und Bahnpolizei aber gemeinsam auf die Suche nach der Hitzequelle in der Wand – also zwischen Innen- und Aussenwand – gemacht. Die SBB hat den Fall schon gar nicht untersucht (oder zumindest keine Resultate veröffentlicht). Den Fans kann mans ja sowieso unterschieben. Rechnet man diesen Vorfall weg, bleibt von den gut Fr. 225’000.- wohl nicht mehr viel übrig.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses durchsichtige Spiel der SBB von den ParlamentarierInnen nicht mitgespielt wird, wenn die Transportpflicht diskutiert wird.

UPDATE: Am Samstagmorgen hat sich der Pressesprecher der SBB (Christian Ginsig) über Twitter eingeschaltet:

Nun ja, das mag sein. Wenn man sich beispielsweise diesen Beitrag ansieht, spricht die SBB tatsächlich von ungedeckten Kosten. Nur: Der Pressesprecher wird in den Printmedien auch anders zitiert. Zum Beispiel hier oder hier. Auch wenn die Medien natürlich immer etwas verfälschen möchten könnten: Wenn ein wörtliches Zitat nicht stimmt, hätte die SBB intervenieren können, ja müssen! Es muss daher davon ausgegangen werden, dass auch die SBB „ungedeckte Kosten“ und „Schaden“ von Zeit zu Zeit durcheinander gebracht hat. Offen bleibt, was die SBB zum Brand in Aarau sagt. Die Frage ging auf Twitter an den Mediensprecher raus. Eine Antwort wird natürlich hier publiziert.

(Eine Notiz am Rande: Im verlinkten Beitrag von 10vor10 bezeichnet der SBB-Pressesprecher Bahnhöfe und Züge als öffentlichen Raum. Wenns dann aber um politische Werbung auf einem Bahnhofsareal geht, werden Bahnhöfe ganz schnell wieder privat. Der Tagi dazu: „Ihrer Ansicht nach handelt es sich beim Bahnhofareal laut Ginsig um privaten und nicht um öffentlichen Raum.“)

UPDATE II: Auch Pascal Claude ist der Meinung, dass die SBB wohl ganz zufrieden ist, wenn in den Medien von 3 Millionen „Sachschaden“ und nicht von „ungedeckten Kosten“ die Rede ist. Im Beitrag auf knappdaneben.net erklärt er, warum die Ausreden der SBB nichts taugen. Und warum die SBB mit dieser Auslegung der Zahlen nicht nur die Fans vor den Kopf stösst.

Der Pressesprecher der SBB weicht indes auf Twitter Fragen zum Brand in Aarau aus, indem er auf das dürre Communiqué der Kapo Aargau verweist (siehe oben). Auf meinen Kommentar, dass es einen Unterschied mache, obs ein Defekt war oder nicht, folgt folgende Reaktion:

 

Die Masche ist bekannt. Man verweist auf einzelne Zwischenfälle und rechtfertigt damit jegliches Vorgehen. Die Antwort zeugt nicht von Grösse. Für die SBB sind die Fans wohl immer schuld. Egal, was passiert. Auf ein erneutes Nachhaken bleibt der Twitter-Account von Christian Ginsig stumm. Die ganze Konversation ist hier nachzulesen (wird aktualisiert).

UPDATE III: Pascal Claude greift die Geschichte in seinem Blog ebenfalls nochmal auf.

UPDATE IV: Drei Tage später meldet sich der SBB-Sprecher über Twitter mit einem Artikel der Basellandschaftlichen Zeitung und bittet, diesen Artikel im Blog auch zu beleuchten. Mir ist nicht ganz klar, inwiefern der Artikel zur Verteidigung der SBB beiträgt. Ich komme dem Wunsch nach Berücksichtigung aber gerne nach.

Beim internen Papier handle es sich um ein Dokument mit wenig Aussagekraft. Es enthalte buchhalterische Werte und es würden sowieso nicht alle Schäden berücksichtigt. Warum diese Ausrede der SBB nicht funktioniert, zeigt Pascal Claude in seinem Blogbeitrag auf: „Wie wissen die SBB, wie viele ungedeckte Kosten anfallen, wenn tatsächlich nicht alle Kosten erfasst werden?“ 

Der von Ginsig ins Spiel gebrachte Artikel zeigt zudem auf, dass Sachbeschädigungen in Extrazügen gar kein Thema sind. Ja, es geht dort nicht zu und her wie in einem Regelzug. Aber genau darum gibts die Extrazüge ja. Natürlich, die Sauberkeit lässt manchmal zu wünschen übrig. Dass die Fans aber auf eigene Kosten Abfallsäcke in den Waggons verteilen, verschweigt die SBB natürlich auch. Die SBB täte gut daran, ihre Kommunikation der Realität anzupassen. Es ist nämlich allen bewusst, die sich in irgendeiner Form für den Fussball und die Fanszene einsetzen, dass es Probleme gibt, die zu lösen sind. Daran wird auch gearbeitet. Wenn die SBB aber eben diese Leute immer wieder vor den Kopf stösst, indem sie masslos übertreibt, wird sie nichts erreichen. Im Gegenteil.

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